Maximilian Küthe
Vorträge - Irland - Mother Ireland

Mother Ireland

Ich will euch eine Geschichte erzählen von einem Land, das fern liegt von unserem,
weil es nicht nur weit draußen im Atlantik schwimmt, sondern weil es auch ein
gutes Stück aus unserer Zeit ist,

Mother Ireland

Jeder hat seine eigenen Vorstellungen, Erinnerungen, Träume. Lang ist das schon her, als ich zum ersten Mal in Irland war, und doch kann ich mich von diesen ersten Eindrücken gar nicht lösen, sie sind mein Irlandbild:

...damals fuhren noch die Boote aus, die Currach. ...damals war Heinrich Bölls „Irisches Tagebuch“ noch ein aktueller Reiseführer. ...damals lag der bittere Rauch der Torffeuer noch in den Straßen der kleinen Städte. ...damals standen noch die Häuser, die Frank McCourt in seinem Buch „Die Asche meiner Mutter“, beschrieb. ...damals gab es noch die alten Pubs, Bretterbuden gleich, in denen die Männer mit abgegriffenen Karten um ebenso abgegriffene Streichhölzer spielten. ...damals tröpfelten die ersten Besucher auf die Insel. ...damals habe ich so manches Foto geschossen, das schon zu jener Zeit eine verflossene Epoche zeigte. ...damals war es selbstverständlich, fragte man auf der Straße jemanden nach dem Weg, dann wurde man nach einer Weile nach Hause eingeladen. Nach dem Weg fragen, ohne übers Wetter reden und andere Wichtigkeiten zu besprechen, das gab es nicht.

Worüber die Menschen in Irland im Übermaß verfügten, war Zeit. Zeit war ein Faktor mit unendlicher Ausdehnung.
Ich erinnere mich da an Krügers Gasthaus auf der Dingle-Halbinsel. Hinter der Theke im Regal stand eine Uhr, die rückwärts lief. Wie immer es passiert sein mag, nun lief sie rückwärts, unbeschwert von allen Vorgaben dieser Welt, weil auch niemand die Uhr beachtete. Sie tat etwas, was keine Wichtigkeit hatte.
Vieles hatte keine Wichtigkeiten, war bedeutungslos, weil es das, was wir Lebensstandart nennen, nicht gab. Dafür lebten dort Menschen mit offenen Augen und offenen Herzen. Und das Land, es hatte seinen unendlichen Gleichmut. Die alten Zeugen der Geschichte, die Klöster, Burgen, Steinkreise, Bienenkorb¬häuser, ja selbst die Friedhöfe versanken im hohen Gras. Büsche wucherten und verbreiteten Vergäng¬lichkeit, Romantik - noch waren sie nicht planiert, asphaltiert.

Vieles hat sich geändert, ist moderner, vielleicht schöner. Für die Iren ist das Leben leichter, einfacher geworden, und im Sinne von Wohl¬stand, heute besser.
Das ist auch gut so. Nur.....

dieses andere Irland hat es wirklich gegeben, es ist kein Märchen.
Und dieses Irland ist

MOTHER IRELAND

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